tunesische Mibewomü


Mein Mitbewohner fragte mich vor ein paar Tagen, ob ich ihm nicht eine Mütze tunesisch häkeln könnte. Klar, er solle Wolle besorgen, dann würde ich mich dran setzen. Zwei Tage später erwartete mich am Frühstückstisch eine Tüte mit reiner Merinowolle von Lana Grossa.

In anbetracht der sinkenden Temperaturen, habe ich mich sofort ans Werk gemacht und pünktlich zum ersten richtigen Frost war sie fertig.

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Noch mehr Mützen findet ihr übrigens beim Mützen Mittwoch und bei alles für den Mann

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Was macht er denn jetzt??? 2


Mein heutiger Beitrag zum Creadienstag ist ein Update meines mysteriösen Projektes, von dessen Start ich euch vor kurzem Berichtete.

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Wie ihr sehen könnt, sind noch einige Kleinteile dazu gekommen, die alle noch geschlossen und verfilzt werden müssen. Wie bereits erwähnt kommen noch 10 kleinere Objekte aus der selben Wolle hinzu und eine große grüne Fläche. Natürlich darf weiter geraten werden, was es wird.

Am nächsten dran war bislang Chri-Stoff_Charming mit seiner Vermutung, dass daraus ein Wiese mit Kieselsteinen würde.

Die verstrickte Dienstagsfrage


Heute fragte das Wollschaf:

Strickst oder häkelst du auch in der Öffentlichkeit (also in Cafés, Bus und Bahn, Büchereien, in der Uni, am Arbeitsplatz etc.) ? Wenn ja, welche Erfahrungen hast du damit gemacht und wie reagiert die Umwelt darauf? Wurdest du schon angesprochen und was haben sie gesagt?

Vielen Dank an Katharina für die heutige Frage!

 

Das ich in der Öffentlichkeit handarbeite, werden die meisten Leser dieses Blogs wissen. Immerhin ist Die häkelnde Gefahr der mit Abstand meistgelesenste Artikel hier. Ich habe eigentlich immer was dabei und vertreibe mir die Zeit während längerer Bahnfahrten und Wartezeiten. Aber auch in Kneipen und Cafés handarbeite ich bisweilen. In der griechischen Kneipe bei mir um die Ecke kennt man mich als das Kuriosum, dass sich bei Fußballspielen dort hinsetzt, diese häkelnderweise verfolgt und dann auch noch bei Toren der (aus deren Sichte) falschen Mannschaft jubelt. Dabei sitze ich dort immer so, dass niemand Angst vor der Häkelnadel haben muss, wenn ich meine Arme hochreiße 😉

Das Häkelnadeln bisweilen als Waffe angesehen werden, musste ich übrigens einmal feststellen, als mich die Polizei nicht nach Hause gehen ließ. Denn bei mir in der Gegend fand eine Nazidemo statt. Ich war unterwegs und auf dem Heimweg, als ich in eine Polizeikontrolle geriet. Die Durchsuchung meines Rucksackes brachte ein Arsenal gefährlicher tunesischer Häkelnadeln zu Tage und da ich mich nach meinem letzten Umzug noch nicht umgemeldet hatte, konnte ich nicht plausibel erklären, dass ich auf dem Weg nach Hause war und wurde nicht durch gelassen.

Im Sommer wurde mir die Hitze irgendwann zu viel und ich rief bei Facebook dazu auf, sich in Vorfreude auf den Winter in einer kühlen U-Bahnstation zu treffen und dort schonmal die ersten Mützen und Schals zu produzieren.

Die Reaktionen auf öffentliches Handarbeiten sind viefältig und im Durchschnitt meistens von Neugier und Überraschung geprägt. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Reaktionen von Männern und Frauen unterschiedlich ausfallen und diese auch altersabhängig sind.

Bei Männern ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Reaktionen negativ sind, als bei Frauen. Die Wahrscheinlichkeit von negativen Reaktionen nimmt zu, je jünger die Männer sind und wenn sie als Gruppe unterwegs sind.

Bei Frauen sind negative Reaktionen weitaus seltener und kommen häufiger bei alten Frauen vor.

Die überwiegenden Reaktionen sind allerdings positiv.

Die Palette ist vielfältig und beginnt bei passiven Reaktionen, wie neugierigen Blicken, getuschel und kichern. Oftmals werde ich aber auch angesprochen. Der häufigste einleitende Satz ist übrigens „was strickst du denn da?“. Dabei habe ich noch nie in der Öffentlichkeit gestrickt, sondern bislang nur gehäkelt, tunesisch gehäkelt, oder nadelgebunden. Bei den beiden letztgenannten Techniken werde ich auch häufig gefragt was ich da mache und werde durchaus auch gebeten, mal zu zeigen wie das geht.

Wenn sich ein Gespräch entwickelt, höre ich neben Lob, oft Verwunderung darüber, dass ich das kann, obwohl ich ein Mann bin. Eine weitere häufige Reaktion ist, dass mir gesagt wird, dass mein Gegenüber es gut findet, dass ich das mache und dass es ja leider immer seltener wird, dass das jemand kann, direkt gefolgt von dem Hinweis, dass er es selber nicht kann, weil ihm die Geduld dazu fehlt.

Abschließend kann ich jedem schüchternen Mann nur empfehlen, öffentlich zu Handarbeiten. Mir ist keine Tätigkeit bekannt, bei der man häufiger von fremden Frauen angesprochen wird 😉

Was macht er denn jetzt???


Das sag ich noch nicht (wobei es in einem Forum schon geschrieben steht). Aber ich bin guter Dinge, dass es klappt. Vorhin hat meine Waschmaschiene folgendes formschöne Stück Filz ausgespuckt:

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Ich bin mit dem Ergebnis hochzufrieden. Jetzt muss ich nur noch weitere 24 davon produzieren. Dann noch zehn die kürzer und dünner sind. Fehlt nur noch eine große grüne Fläche, alles zusammenfügen und fertig ist Weihnachtsgeschenk Nummer 3

Wer schon weiß, was es werden soll, bitte nicht petzen. Der Rest darf gerne raten 😉

Wenn ich jemandem einen Korb gebe, ist der immerhin selbst gehäkelt ;-)


Jemandem einen Korb geben, ist ja gemeinhin negativ behaftet. Wie viel schlimmer muss es dann sein, wenn man seiner eigenen Mutter einen Korb gibt und das auch noch zu Weihnachten.

Aber in diesem Fall ist der Korb ein Weihnachtsgeschenk und er ist heute endlich fertig geworden.

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Materialien: Peddigrohr, Bravo Big Color (Farbe 80), Bravo Big Schwarz

Zunächst habe ich die Seite tunesisch rund gehäkelt.

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Als nächstes habe ich mit Peddigrohr einen Korbboden geflochten.

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Dann wurde es frickelig. Die überstehenden Staken des Korbbodens mussten im Inneren des Wollschlauches durch die Maschen gezogen werden. In der Mitte habe ich zur Stabilitätsverbesserung nachträglich noch eine Reihe Peddigrohr eingeflochten.

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Nun mussten nur noch die Staken oben zu einem Korbrand verflochten werden.

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Wenn man genau hinsieht, erkennt man noch ein paar unschöne Stellen, insbesondere am Rand, die vor allen Dingen durch Fehleinschätzungen am Anfang des Flechtvorganges zustande kamen und somit auch nicht mehr korrigiert werden können. Da ich jedoch zum ersten mal mit Peddigrohr gearbeitet habe, bin ich mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden. Vor allem bin ich froh, dass die gehäkelte Korbwand so stabil auf den Staken liegt und meine Idee insgesamt aufgegangen ist. Auf dem ersten Bild in diesem Artikel seht ihr übrigens schon die Wolle, die ich für meinen eigenen Wollkorb verwenden will.

Den Korb und andere schöne Dinge findet ihr übrigens auch beim creadienstag

Die Verstrickte Dienstagsfrage


Das Wollschaf stellte heute folgende Frage:

Hast Du für Dich die ultimative Socke gefunden?
Und strickst Du sie immer nach dem Schema F? Das heißt – nach welcher Tabelle, mit welcher Ferse, mit welcher Spitze? Immer das gleiche oder variierst Du?

Socken sind so ein Ding. Gestrickt habe ich noch keine, da ich erst seit kurzem stricke und noch nicht an das Nadelspiel traue. Der Versuch mir welche zu häkeln, ist fürchterlich schief gelaufen. Selbst der Versuch das unförmige Gebilde zum Teil aufzuribbeln und mit einer Filzsohle in einen Pantoffel zu verwandeln, konnte das Ding nicht retten. Nicht erschrecken, wenn ich euch jetzt das Ergebnis zeige 😉

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Eine Schwierigkeit, die zu solchen Ergebnissen führt, ist, dass meine Füße zu groß sind, um die freien Anleitungen zu nutzen, die ich bislang im Netz gefunden habe. Ich denke, ich komme wohl nicht daran vorbei mich entweder ans Nadelspiel zu wagen (da habe ich in einem Buch eine Tabelle, die bis zu meiner Größe geht), oder ganz lieb zu meiner Freundin zu sein, die nämlich tolle Socken strickt.

Jetzt auch noch ne Eule


Keine Ahnung, wo der Eulentrend herkommt. Aber er ist da und hat auch meine Freundin erreicht. Da ich mal eine Pause vom Zerschneiden meiner alten Klamotten brauchte, sich einige Wollreste angesammelt hatten und ich das Wochenende bei ihr verbrachte, lag es nah, ihr eine kleine Eule zu häkeln.

Eine Anleitung hatte ich nicht. Aber ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Einzig bei den Flügeln brauchte ich ein paar Anläufe, bis ich sie hinbekommen habe.

Ich werde demnächst noch versuchen, dem fertigen Vogelvieh eine Anleitung zu entlocken, die ich dann hier ergänzen werde. Aber auf die Füllung möchte ich an dieser Stelle schonmal eingehen. Sie ist nämlich mit Wollfäden gefüllt. Wenn man, wie ich, verhältnismäßig selten etwas zum Füllen braucht und gerne mit dicken Garnen arbeitet, lohnt es sich den ansonsten nutzlosen Verschnitt zu sammeln und für solche Füllungen zu verwenden. Auch die anfangs missratenen Eulenflügel befinden sich im Bauch derselben.

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